Undav sticht spät zu: Deutschland ringt Ghana im Regen nieder
Was für ein Abend in der MHP Arena! Die deutsche Nationalmannschaft hat das letzte Testspiel vor der WM-Kadernominierung gegen Ghana mit 2:1 (1:0) gewonnen – und das verdankt sie vor allem einem Mann: Deniz Undav.
Der Stuttgarter wurde von den 52.723 Zuschauern schon vor seiner Einwechslung mit Sprechchören gefordert. Auf der Ersatzbank hatte er sich artig bedankt, Daumen hoch Richtung Tribüne. Dann kam er zur zweiten Halbzeit für Serge Gnabry, war lange unsichtbar – und schlug in der 88. Minute eiskalt zu. Kimmich spielte flach auf Goretzka, der legte auf Sané, Kopfballablage, und Undav drückte den Ball im Fallen mit rechts oben links ins Netz. Sein viertes Länderspieltor. Im strömenden Regen fielen ihm die Mitspieler in die Arme.
Dabei hatte der Abend zunächst nach einer klaren Angelegenheit ausgesehen. Deutschland kam dominant aus der Kabine, Woltemade und Wirtz sorgten für die ersten Chancen. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit dann der Führungstreffer: Handelfmeter für Deutschland, Kai Havertz verwandelte abgebrüht zum 1:0. Für den Arsenal-Stürmer war es das erste Länderspieltor seit über 16 Monaten.
Nach der Pause wurde es allerdings zäh. Ghana fand besser ins Spiel, Deutschland verlor den Faden. In der 54. Minute hätte Woltemade nach einer feinen Karl-Flanke per Kopf erhöhen müssen, doch die Latte rettete für Ghana. Wenige Minuten später auch Jordan Ayew nur an den Außenpfosten. Dann der Ausgleich: Derrick Köhn ließ Josha Vagnoman auf der linken Seite alt aussehen, legte quer, und der eingewechselte Fatawu Issahaku traf flach ins lange Eck zum 1:1. Die Schwäche nach den vielen Wechseln war offensichtlich, der ausgewechselte Wirtz fehlte als Taktgeber.
Doch dann kam Undav. Bundestrainer Nagelsmann ordnete den Treffer anschließend nüchtern ein. Er habe die Rollengespräche nicht für den März geführt, sondern für die WM. An der Stürmer-Hierarchie ändere sich erstmal nichts. Undav selbst sah das gelassener: „Spätes Tor gemacht, Sieg geholt – ein perfekter Abend.“
Für die DFB-Elf war es der siebte Sieg in Serie. Die nächste Partie steigt erst am 31. Mai in Mainz gegen Finnland. Vorher muss Nagelsmann bis zum 12. Mai seinen 26-Mann-Kader für die WM benennen. Die Stürmerfrage bleibt das große Thema.
