Regensburg setzt auf Hildmann: Der neue Jahn-Coach soll den Drittligisten langfristig entwickeln.
Die Trainersuche beim SSV Jahn Regensburg ist beendet. Am Dienstag gab der Drittligist die Verpflichtung von Sascha Hildmann als neuem Cheftrainer bekannt. Der 53-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2028 und leitete bereits am Vormittag die erste Trainingseinheit.
Hildmann folgt auf Michael Wimmer, der den Verein Anfang März überraschend auf eigenen Wunsch verlassen hatte, um als Co-Trainer beim Zweitligisten Holstein Kiel zu arbeiten. Seitdem hatte Interimstrainer Munier Raychouni die Mannschaft betreut, dem allerdings die nötige Fußball-Lehrer-Lizenz für eine Dauerlösung fehlte.
Der Name Hildmann steht für eine der beeindruckendsten Trainergeschichten der jüngeren deutschen Fußballhistorie. Bei Preußen Münster übernahm er Ende 2019 eine Mannschaft auf einem Abstiegsplatz in der 3. Liga. Den Abstieg in die Regionalliga konnte er nicht verhindern, blieb aber im Amt und formte ein Team, das Geschichte schrieb. 2023 der Aufstieg zurück in die 3. Liga, 2024 dann der Durchmarsch in die 2. Bundesliga – ein Doppelaufstieg, der untrennbar mit seinem Namen verbunden ist. Im Abstiegskampf der zweiten Liga musste er im April 2025 dann trotzdem gehen.
Danach folgte eine Phase der Stille. Ein halbes Jahr habe er einfach gelebt, erzählte Hildmann bei seiner Vorstellung. Der Tod seiner Mutter hatte ihn schwer getroffen. Erst im Winter kam die Unruhe zurück, das Ziehen Richtung Seitenlinie. Mehrere Angebote lehnte er ab und wartete auf die richtige Aufgabe. Die sieht er jetzt in Regensburg.
Sportdirektor Alexander Schmalhofer betonte, man habe schnell gemerkt, dass Hildmann auf inhaltlicher und zwischenmenschlicher Ebene hervorragend zum Verein passe. Er bringe Erfahrung mit, könne Menschen begeistern und habe bewiesen, dass er Mannschaften langfristig entwickeln könne.
Mit 39 Punkten steht Regensburg auf Platz 12 der 3. Liga, 14 Punkte vor der Abstiegszone. Akute Gefahr besteht nicht, aber auch keine Aufstiegsperspektive mehr. Hildmann will die acht verbleibenden Saisonspiele nutzen, um Team und Umfeld kennenzulernen. Sein Debüt an der Seitenlinie gibt er am Samstag beim Auswärtsspiel bei der U21 des VfB Stuttgart.
Co-Trainer Louis Cordes, ein langjähriger Weggefährte aus Münsteraner und Mainzer Zeiten, begleitet ihn nach Regensburg. Beide kennen sich seit Jahren und ergänzen sich in der täglichen Arbeit. In Regensburg soll das der Beginn von etwas Langfristigem sein – genau das, wofür Hildmann steht.
