Zoff in Frankfurt: Funktionäre streiten heftig über die Zukunft der Regionalliga – Kompassmodell gegen umstrittene Neuaufteilung der Regionen.
In Frankfurt flogen mal wieder verbal die Fetzen! Nach 14 Jahren Dauerärger um die Regionalliga liegt jetzt endlich etwas auf dem Tisch – gleich zwei Reformmodelle für die Zukunft der 4. Liga. Doch statt Einigkeit gibt es neuen Zündstoff!
Bei der Sitzung der DFB-Arbeitsgruppe krachte es ordentlich. Am Ende standen zwei völlig verschiedene Vorschläge nebeneinander. Und genau das zeigt: Der Streit ist längst nicht vorbei – er geht jetzt erst richtig los.
Besonders viel Rückenwind bekommt das sogenannte Kompassmodell. Dieses Konzept würde die bisherigen fünf Regionalliga-Staffeln auf vier reduzieren. Statt 90 würden künftig 80 Vereine in der 4. Liga spielen. Das Besondere: Eine KI soll jedes Jahr die Staffeln so einteilen, dass die Reisewege für die Klubs möglichst kurz bleiben. In vielen Regionen und auch bei den Fans kommt diese Idee gut an.
Deutlich mehr Widerstand gibt es gegen das sogenannte Regionen-Modell. Ausgerechnet die Regionalliga Nordost, die als zuschauerstärkste, medial interessanteste und wirtschaftlich stärkste Staffel gilt, soll dabei zerschlagen werden. Die Vereine aus dem Osten würden künftig anderen Regionen zugeordnet – etwa Bayern oder dem Norden. Für viele Klubs ein absolutes No-Go.
Vor allem die Vereinsvertreter machten in der Sitzung klar, dass sie von diesem Modell wenig halten. Doch die Funktionäre aus mehreren anderen Regionen drängen offenbar genau auf diese Lösung. Das Ergebnis: ein offener Machtkampf zwischen Verbänden und Vereinen.
Immerhin gibt es einen Punkt, bei dem beide Konzepte übereinstimmen – und der hat es in sich. Künftig sollen die Meister aller vier Staffeln direkt aufsteigen. Genau darüber war in den vergangenen Jahren immer wieder erbittert gestritten worden. Zuletzt war die Regelung für viele Klubs ein Ärgernis: Während West und Südwest feste Aufsteiger stellen durften, mussten Meister aus Nord, Bayern und Nordost immer wieder in die ungeliebte Relegation.
Schon 2018 war ein erster Reformanlauf krachend gescheitert. Dass diesmal überhaupt zwei konkrete Vorschläge entstanden sind, gilt deshalb schon als kleiner Durchbruch. Doch von einer Lösung ist der deutsche Fußball noch weit entfernt.
Jetzt sind zunächst wieder die Regionalligisten gefragt. Sie sollen über beide Modelle abstimmen. Nach ersten Signalen spricht vieles dafür, dass das Kompassmodell bei den Vereinen vorne liegt. Entscheiden werden am Ende aber die Präsidenten der Landes- und Regionalverbände – und genau dort dürfte es noch einmal richtig knallen.
Für Fans und Klubs heißt das: kämpfen, trommeln, Druck machen. Denn selbst mitreden dürfen sie, direkt entscheiden aber nicht. Vor allem im Nordosten wächst deshalb die Sorge, dass die beliebte Staffel am Ende zerschlagen wird.
Fest steht nur eins: Die Regionalliga-Reform bleibt ein Pulverfass. Und die nächste Explosion könnte schon bald folgen. Sollte das neue System kommen, würde es ab der Saison 2028/29 greifen. Die Qualifikation dafür soll bereits im Sommer 2027 beginnen.
