Abschied im Sommer: Raphaël Guerreiro verlässt den FC Bayern nach zwei Jahren ablösefrei.
Beim FC Bayern München geht die Kaderplanung für die kommende Saison in die heiße Phase – und sie beginnt mit einem Abschied. Der Rekordmeister gab am Montag offiziell bekannt, dass der Vertrag von Raphaël Guerreiro nicht verlängert wird. Der 32-jährige Portugiese wird den Verein im Sommer ablösefrei verlassen.
Sportvorstand Max Eberl fand warme Worte für den Linksfuß. Auf Guerreiro sei auf dem Platz immer Verlass gewesen, Charaktere wie er würden jede Kabine bereichern. Die Gespräche seien vertrauensvoll und verständnisvoll gewesen, so Eberl. Bis zum Saisonende wolle man gemeinsam noch einiges erreichen.
Guerreiro war im Sommer 2023 ablösefrei von Borussia Dortmund nach München gewechselt. Unter Ex-Trainer Thomas Tuchel, der ihn schon aus Dortmunder Zeiten kannte, war der vielseitige Nationalspieler gesetzt. Ob als Linksverteidiger, im zentralen Mittelfeld oder auf der offensiven Außenbahn – Guerreiro konnte überall spielen. Unter Vincent Kompany wurde seine Rolle allerdings zunehmend kleiner. In der laufenden Bundesliga-Saison stand er nur noch in 13 von 27 Spielen auf dem Rasen, zuletzt bremsten ihn eine Wadenzerrung und muskuläre Probleme aus.
Die Bilanz beim FC Bayern kann sich dennoch sehen lassen: 89 Pflichtspiele, zwölf Tore, acht Vorlagen und ein Meistertitel. Insgesamt kommt Guerreiro nach fast zehn Jahren in der Bundesliga auf rund 220 Ligaspiele und knapp 90 Torbeteiligungen. Den größten Titel seiner Karriere feierte er 2016, als er mit Portugal Europameister wurde.
Guerreiro ist nach Leon Goretzka bereits der zweite Ü30-Profi, der die Bayern am Saisonende ablösefrei verlässt. Wohin es den 65-fachen Nationalspieler zieht, ist noch offen. Zuletzt wurden Benfica Lissabon und Juventus Turin als mögliche Interessenten gehandelt. In Portugal selbst hat der gebürtige Franzose in seiner Karriere noch nie gespielt.
Für die Bayern passt die Trennung ins Konzept. Der Kader soll jünger werden, auf der Linksverteidiger-Position stehen mit Alphonso Davies, Josip Stanisic und dem erst 20-jährigen Tom Bischof genügend Alternativen bereit. Ob sich Guerreiro mit einem Titel verabschiedet, entscheidet sich in den kommenden Wochen: In der Bundesliga, im DFB-Pokal und in der Champions League sind die Bayern noch im Rennen.
